Inhaltszusammenfassung:
Die These des Aufsatzes ist, daß die ethnomethodologische Etikettierungstheorie einen neuen soziologischen homunculus geschaffen hat: den „Reaktionsdeppen“. Die sich anschließende Analyse kommt zu folgenden Schlußfolgerungen: (1) Das Konzept des „Reaktionsdeppen“ mündet in triviale Aussagen. (2) Es ist kurzatmig, weil es die Wirklichkeit des etikettierten Individuums unterschlägt, sinnvolle Trennungen von Phänomenbereichen aufhebt, keine brauchbareren Lösungen oft gestellter Fragen anbietet und die „Warum? “- Frage ausklammert. (3) Darüber hinaus ist es politisch-moralisch fragwürdig, da es aus dem soziologischen Vokabular die Kategorie des „Opfers“ streicht.